Viele frischgebackene Eltern stellen sich die Frage, wann ihr Baby zum ersten Mal Wasser trinken darf – besonders an heißen Sommertagen. Obwohl Wasser für Erwachsene die beste Wahl zur Flüssigkeitszufuhr ist, ist es für Babys in den ersten Lebensmonaten tatsächlich ungeeignet.
Warum das so ist und wann der richtige Zeitpunkt kommt, es in den Speiseplan einzuführen, erfahren Sie in diesem Artikel. Dazu geben wir praktische Tipps, worauf Eltern bei der Auswahl des Wassers achten sollten, und beantworten häufige Fragen.
Warum kein Wasser für Babys?
Babys bis zum sechsten Lebensmonat sollten kein Wasser trinken, da ihr Körper noch nicht darauf ausgelegt ist, größere Mengen Wasser zu verarbeiten. Dies ist aus mehreren Gründen wichtig, auf die wir hier genauer eingehen.
1. Unreife Nieren
Die Nieren von Neugeborenen sind noch nicht vollständig entwickelt. Sie können überschüssiges Wasser nicht effizient ausscheiden, was zu einer Überbelastung führen kann. Das Baby ist somit nicht in der Lage, große Mengen Wasser sicher zu verarbeiten.
2. Gefahr einer Wasservergiftung
Ein übermäßiger Wasserkonsum kann den Natriumgehalt im Blut gefährlich verdünnen, was als Hyponatriämie bekannt ist.
Dies führt dazu, dass Körperzellen, einschließlich der Gehirnzellen, anschwellen. Im schlimmsten Fall kann eine so genannte Baby-Wasservergiftung auftreten, die schwerwiegende gesundheitliche Folgen hat.
Symptome einer Wasservergiftung bei Babys:
- Krampfanfälle
- Apathie oder extreme Schläfrigkeit
- Zittern oder Zucken
- Aufgedunsenes Erscheinungsbild
- Niedrige Körpertemperatur (< 36,1 °C)
Bei Verdacht auf eine Wasservergiftung sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
3. Muttermilch und Pre-Nahrung reichen aus
Die Natur hat vorgesorgt: Sowohl Muttermilch als auch Pre-Milch liefern nicht nur alle essenziellen Nährstoffe, sondern auch ausreichend Flüssigkeit – selbst an heißen Tagen.
Rund 80 % der Muttermilch bestehen aus Wasser, die restlichen 20 % aus Nährstoffen wie Eiweißen, Fetten und Vitaminen. Diese perfekte Mischung passt sich den Bedürfnissen eines Babys optimal an.
Ab wann dürfen Babys Wasser trinken?
Mit der Einführung der Beikost, in der Regel ab dem sechsten Lebensmonat, können Babys kleine Mengen Wasser zu ihren Mahlzeiten erhalten. Hierbei gilt es jedoch, einige wichtige Punkte zu beachten.
1. Frühestens ab sechs Monaten
Ab einem Alter von sechs Monaten beginnen Babys ihre Ernährung durch festere Lebensmittel zu ergänzen. Mit der Beikost stellt sich auch der Bedarf an zusätzlicher Flüssigkeit ein. Zu diesem Zeitpunkt können Eltern beginnen, ihrem Kind in Verbindung mit den Mahlzeiten Wasser anzubieten – jedoch nur in kleinen Schlucken.
Empfohlene Mengen je nach Alter:
- 6–12 Monate: Anfangs nur wenige Schlucke (ca. 50–100 ml täglich). Mit der Einführung fester Nahrung kann diese Menge auf etwa 200–300 ml pro Tag gesteigert werden.
- Ab 12 Monaten: 600–700 ml täglich, abhängig vom gesamten Flüssigkeitsbedarf.
2. Kein Zwang
Es ist völlig normal, wenn ein Baby kein Wasser trinkt, da es sich erst an den neuen Geschmack gewöhnen muss. Eltern sollten dem Kind Zeit geben und Wasser immer wieder sanft anbieten, ohne Druck auszuüben.
3. Sicherheit bei der Wasserwahl
Die Wahl des richtigen Wassers ist entscheidend, um die Gesundheit Ihres Babys zu schützen.
Geeignete Wasserarten:
- Gekochtes Leitungswasser (fragen Sie beim örtlichen Wasserversorger nach der Trinkwasserqualität).
- Stilles Mineralwasser mit der Aufschrift „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“.
- Spezielles Babywasser aus dem Handel.
Achten Sie darauf, dass das Wasser frei von Schadstoffen wie Blei, Nitrat oder Kupfer ist. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie Ihr Leitungswasser testen – insbesondere in älteren Gebäuden.
Tipp: Lassen Sie Leitungswasser immer etwa 30 Sekunden laufen, bevor Sie es verwenden, um Verunreinigungen zu vermeiden.
4. Leitungswasser oder Mineralwasser?
Ein häufige Frage lautet „ab wann dürfen babys leitungswasser trinken?“ Leitungswasser kann grundsätzlich verwendet werden, jedoch sollte es in den ersten Lebensjahren immer abgekocht und auf Trinktemperatur abgekühlt werden. Babys mit empfindlichem Organismus sollten nur gründlich getestetes Wasser zu sich nehmen.
Alternativen zu Wasser
Die Flüssigkeitszufuhr sollte primär durch Muttermilch oder Pre-Milch gedeckt werden. Sobald das Kind Beikost erhält, können zusätzlich wasserreiche Lebensmittel wie Obst und Gemüse (z. B. Gurke oder Melone) angeboten werden.
Folgende Getränke sind für Babys weniger geeignet oder sogar bedenklich:
- Gesüßte Tees, Fruchtsäfte oder Limonaden (fördern Karies und Übergewicht).
- Mineralwasser mit Kohlensäure (reizt den Magen).
Eine Ausnahme bilden ungesüßte Kräutertees (wie Fenchel), die in Absprache mit einem Kinderarzt angeboten werden können.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Warum dürfen Babys kein Wasser trinken?
Die unreifen Nieren eines Babys können überschüssiges Wasser nicht effizient ausscheiden, was zu einer Überlastung führt. Zudem besteht das Risiko, dass der Natriumgehalt im Blut gefährlich verdünnt wird, wodurch es zu einer Wasservergiftung kommen kann.
2. Ab wann ist Wasser sicher für Babys?
Babys können ab dem sechsten Lebensmonat (mit Beginn der Beikost) in kleinen Mengen Wasser trinken. Besonders wichtig ist, dass Wasser wahlweise abgekocht oder aus geprüften Quellen stammt.
3. Wie viel Wasser ist gesund für Babys?
Anfangs reichen wenige Schlucke (ca. 50–100 ml pro Tag). Mit zunehmendem Alter und fester Nahrung erhöht sich die Menge bis auf 600–700 ml pro Tag ab dem zwölften Monat.
4. Ist es schlimm, wenn mein Baby kein Wasser trinken möchte?
Nein, das ist völlig unproblematisch. Mit der Hauptnahrungsquelle (Muttermilch oder Pre-Milch) wird der Flüssigkeitsbedarf weiterhin gedeckt. Wasser sollte nur angeboten, nicht erzwungen werden.
5. Was tun, wenn mein Baby durstig wirkt?
Bieten Sie öfter die Brust oder das Fläschchen an. Stillkinder erhalten an heißen Tagen durch die vermehrte Aufnahme von Vordermilch ausreichend Flüssigkeit.
Wasser mit Bedacht einführen
Die Flüssigkeitszufuhr spielt eine zentrale Rolle für die Gesundheit eines Babys. Dennoch ist Wasser für Babys unter sechs Monaten unnötig und kann durch eine mögliche Wasservergiftung sogar gefährlich werden.
Mit der Einführung von Beikost dürfen Babys langsam an Wasser herangeführt werden. Eltern sollten jedoch auf die Qualität der Wasserquelle achten und sich an die empfohlenen Mengen halten.
Hören Sie auf die Signale Ihres Babys, und denken Sie daran, dass Muttermilch oder Pre-Milch in den ersten 12 Lebensmonaten weiterhin die Hauptquelle für Flüssigkeit bleibt. Klein und gesund starten Babys so sicher ins Leben!